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Ameisen kommen aus den Fugen: Wenn Wegwischen einfach nichts mehr bringt

Ameisen kommen aus den Fugen und zunächst sieht es oft so aus, als hätten sich nur einzelne Tiere ins Haus verirrt. Häufig nutzen sie jedoch vorhandene Spalten zwischen Pflastersteinen, Fliesen, Sockelleisten oder Bauteilen als geschützte Zugänge zu einem Nest oder als Weg zu einer Nahrungsquelle. Auffällig wird das Problem oft erst durch kleine Sandhäufchen, eine Ameisenstraße oder Tiere, die scheinbar direkt aus der Wand und dem Boden auftauchen. Gerade diese unscheinbaren Spuren können wichtige Hinweise darauf liefern, woher die Ameisen kommen.

Nicht jede Ameise im Gebäude bedeutet einen Bauschaden, denn viele heimische Arten gelangen lediglich auf der Suche nach Nahrung hinein. Anders sieht es aus, wenn Ameisen dauerhaft aus derselben Stelle treten, Material aus Spalten transportieren oder geflügelte Tiere im Innenraum erscheinen. Einige Ameisenarten können sogar in vorgeschädigtem Holz oder Dämmmaterial siedeln und vorhandene Schäden vergrößern.

Wenn Ameisen ihre Nester unter Terrasse und Pflaster bauen

Wenn Ameisen ihre Nester unter Terrasse und Pflaster bauen

Eine gepflasterte Terrasse bietet Ameisen günstige Bedingungen für den Nestbau. Unter Platten befinden sich geschützte Bereiche, während Stein und Beton Wärme speichern. Die Tiere ernähren sich allerdings nicht von Fugensand. Was wie ein angefressener Belag aussieht, entsteht vielmehr dadurch, dass Arbeiterinnen Sand und Erde aus ihrem Gangsystem nach oben transportieren.

Solcher Sandauswurf sollte deshalb nicht ständig aufgefüllt und vergessen werden. Bei einem starken Befall können durch den Materialtransport Hohlräume entstehen und Pflastersteine oder Gehwegplatten ihre stabile Auflage verlieren. Für die invasive Große Drüsenameise Tapinoma magnum nennt das Umweltbundesamt die Unterhöhlung von Fundamenten, Gehwegplatten und Pflastersteinen ausdrücklich als typisches Schadbild. Charakteristisch sind außerdem Sand oder Erde an den Nesteingängen und breite, mehrspurige Ameisenstraßen.

Können Ameisen Bauschäden verursachen?

Das Schadenspotenzial hängt erheblich von der Ameisenart und dem Ort des Nestes ab. Arten wie die Braune Wegameise, die Zweifarbige Wegameise und die Glänzendschwarze Holzameise können Holz oder Dämmmaterial als Nistplatz nutzen. Sie fressen das Holz nicht wie klassische Holzschädlinge als Nahrung, entfernen jedoch Material für ihre Gänge und Kammern.

Noch wichtiger ist ein anderer Zusammenhang. Ameisen können ein Hinweis auf bereits vorhandene Feuchtigkeitsschäden sein, da einige holzbewohnende Arten bevorzugt morsches oder durch Pilze vorgeschädigtes Bauholz besiedeln. Treten Ameisen immer wieder aus Holzverkleidungen, Wandanschlüssen oder ähnlichen Bereichen hervor, sollte deshalb nicht nur der Schädling betrachtet werden.

Was kann man gegen Ameisen in den Fugen tun?

Bei einzelnen Tieren genügt es häufig, die Nahrungsquelle zu beseitigen und mögliche Zugänge zu kontrollieren. Lebensmittel gehören in dicht schließende Behälter, Tierfutter sollte nicht lange offen stehen und Abfall sollte regelmäßig entfernt werden. Auch Fenster und Türen sowie Anschlüsse an der Fassade verdienen Aufmerksamkeit. Das Umweltbundesamt empfiehlt, Eintrittswege im Fundamentbereich zu verschließen und frei zugängliche Nahrung zu vermeiden.

Anders verhält es sich bei einem sichtbaren Ameisennest. Einfach Backpulver, Zimt, Essig, Lavendel, Minze, Thymian, Kaffeesatz gegen Ameisen oder ätherische Öle zu streuen, beseitigt die Kolonie nicht zuverlässig. Manche Hausmittel gegen Ameisen können Laufwege kurzfristig stören oder Tiere fernhalten, erreichen jedoch das verborgene Nest nicht zwangsläufig. Statt sofort zur Chemiekeule zu greifen, sollte zunächst festgestellt werden, wo die Ameisen ihre Nester angelegt haben und welche Eintrittswege sie nutzen.

Die Ameisenstraße liefert wertvolle Hinweise

Wer Ameisen finden und ihren Ursprung eingrenzen will, sollte die Arbeiterinnen eine Weile beobachten. Eine Ameisenstraße verbindet häufig das Nest mit einer Futterquelle. Im Frühjahr können zuckerhaltige Lebensmittel attraktiv werden, während im Freien Honigtau von Blattläusen eine wichtige Nahrungsquelle der Schwarzen Wegameise darstellt.

Eine Köderdose oder ein geeignetes Fraßgel verfolgt ein anderes Prinzip als ein Kontaktspray. Arbeiterinnen nehmen einen passenden Köder auf und tragen Nahrung in die Kolonie, wodurch auch Tiere erreicht werden können, die niemals an der Oberfläche erscheinen. Welcher Wirkstoff und welches Produkt geeignet sind, hängt von der Ameisenart und dem zugelassenen Anwendungsbereich ab. Biozide sollten ausschließlich entsprechend ihrer Zulassung und Gebrauchsanweisung eingesetzt werden.

Ameisen kommen aus den Fugen: Im Haus ist die Ursache oft versteckt

Ameisen kommen aus den Fugen: Im Haus ist die Ursache oft versteckt

Tauchen Ameisen im Haus regelmäßig zwischen Sockelleiste und Fußboden, aus Wandspalten oder aus Fugen und Ritzen auf, kann sich der Ausgangspunkt innerhalb der Gebäudestruktur befinden. Ameisen kommen aus den Fugen oft nicht nur auf der Suche nach Nahrung, denn einige heimische Arten bauen ihre Nester auch in Wandrissen, Isolierschichten oder vorgeschädigtem Holz. Deshalb sollte ein wiederkehrender Befall nicht allein anhand der sichtbaren Tiere beurteilt werden.

Wärme kann ebenfalls eine Rolle spielen. Die nur etwa zwei Millimeter große Pharaoameise benötigt dauerhaft beheizte Gebäude und hält sich bevorzugt in der Nähe von Warmwasserleitungen und Heizungsinstallationen auf. Ein Auftreten winziger gelblich bis bernsteinfarbener Ameisen an warmen Leitungsbereichen sollte daher fachkundig abgeklärt werden, denn diese Ameisenart kann zahlreiche Königinnen besitzen und lässt sich nur schwer bekämpfen.

Wie bekomme ich Ameisen aus dem Mauerwerk?

Sind Ameisen bereits in Hohlräume oder das Mauerwerk eingedrungen, ist vorschnelles Abdichten nicht immer die beste Reihenfolge. Silikon oder Acryl kann zwar geeignete Schlupflöcher verschließen, doch zunächst sollte geklärt werden, ob hinter der Öffnung ein aktives Ameisenvolk lebt. Werden lediglich sichtbare Ausgänge geschlossen, kann die Kolonie andere Wege nutzen. Bei einem umfangreichen oder nicht lokalisierbaren Befall ist deshalb ein Fachmann sinnvoll.

Nach erfolgreicher Bekämpfung folgt die bauliche Vorbeugung. Undichte Anschlüsse, Ritzen, beschädigte Fugen sowie Schlupflöcher wie undichte Türen sollten kontrolliert und fachgerecht geschlossen werden. Auch ein Blumentopf kann Ameisen einschleppen, denn Tiere gelangen gelegentlich gemeinsam mit Pflanzen und Erde ins Gebäude. Das bloße Abdichten ersetzt jedoch keine Untersuchung auf Feuchtigkeit oder beschädigte Bausubstanz, wenn Ameisen wiederholt aus derselben Wandzone erscheinen.

Wie bekämpft ein Kammerjäger Ameisen?

Professionelle Schädlingsbekämpfung beginnt idealerweise nicht mit dem wahllosen Einsatz eines Mittels, sondern mit der Bestimmung der Ameisenart und der Befallssituation. Farbe, Größe, Laufwege, Neststandort und fliegende Ameisen können wichtige Anhaltspunkte liefern. In Deutschland kommen rund 110 Ameisenarten vor, und ihre Lebensweise unterscheidet sich erheblich. Einige Waldameisenarten stehen zudem unter besonderem Schutz und dürfen nicht einfach bekämpft werden.

Je nach Situation können Fachbetriebe geeignete Köder, zugelassene Biozidprodukte oder andere Verfahren einsetzen. Bei einer Pharaoameise ist professionelle Hilfe nach Einschätzung des Umweltbundesamtes notwendig, da sämtliche Königinnen erreicht werden müssen und unvollständig bekämpfte Kolonien ihren Standort verändern oder sich weiter ausbreiten können. Auch ein massiver Befall mit ungewöhnlich breiten Ameisenstraßen, wiederkehrender Sandauswurf oder Ameisen aus Dämmung und Bauholz sind gute Gründe für eine fachkundige Bestimmung.

Fazit: Ameisen kommen aus den Fugen

Ameisen kommen aus den Fugen, weil solche Öffnungen geschützte Zugänge zu Nestern, Hohlräumen und Nahrungsquellen bieten können. Sandhäufchen zwischen Platten entstehen nicht, weil eine Ameise den Fugensand frisst, sondern durch den Aushub beim Nestbau. Ameisen im Haus sind häufig harmlose Nahrungsgäste. Wiederkehrende Tiere aus der Wand, dem Boden oder dem Holz können jedoch auf ein verborgenes Nest oder sogar auf vorgeschädigte Bausubstanz hinweisen.

Für die Soforthilfe lohnt es sich, Futterquellen zu entfernen und die Laufwege der kleinen Krabbler zu verfolgen. Backpulver und andere Hausmittel lösen einen etablierten Befall nicht zuverlässig, während passende Köder bei bestimmten Arten auch das Nest erreichen können. Erst wenn die Kolonie beseitigt oder sicher ausgeschlossen ist, sollten problematische Öffnungen fachgerecht abgedichtet und mögliche Feuchtigkeitsschäden geprüft werden. Bei Ameisen aus Bauholz, Dämmung oder schwer zugänglichen Wandbereichen sowie bei einem starken Ameisenbefall ist professionelle Schädlingsbekämpfung die sicherere Wahl.

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